NYC Marathon 2000 - Whow mein erster Marathon!Vorbereitung:Es gibt Leute, die trainieren Jahrelang oder zumindest seit einem Jahr für
einen Marathon. Und es gibt Leute wie ich, die entscheiden sich spontan 4
Monate vorher, einfach so ihren ersten Marathon mitzulaufen. Also das war der Punkt wo ich wüsste, dass ich einen Marathon mitlaufen würde und es gab kein zurück mehr, da mein Vater schon im August bezahlt hatte, also musste ich anfangen zu trainieren... Da ich aber viel zu faul bin hab ich erst mal einen Monat lang nichts gemacht, dann wurde mir aber langsam unwohl, irgendwie musste ich diesen Marathon ja lebend überstehen, also fing ich an 1 mal alle zwei Wochen 10 bis 15km zu laufen. Im Oktober bekam ich dann langsam richtig Angst und bin in den letzten 3 Wochen 3x 15km und 1x20km gelaufen. So das musste jetzt aber reichen und dabei blieb es dann auch. Ankunft in NYC:Am Donnerstag, den 02 November ging es los nach New York. In New York angekommen gab es dann ein bisschen Shopping, ein bisschen Sight Seeing, ein paar mal um den Zentralpark joggen, das übliche also was man in New York so macht. Den Friendship-Lauf bin ich nicht mitgelaufen, allerdings bin ich zur Pasta-Party am Abend des 04.09 gegangen. Wie der Name schon sagt gibt es dort Pasta ohne Ende, aber irgendwie konnte ich mir keine Pastas reinziehen, daher habe ich nur ein paar Gatorates mitgehen lassen und hab im Restaurant einen schönen fetten Bürger mitPommes gegessen, eben passende Nahrung zum morgigen Marathon *g*. Der Todesmarsch:Der 05 November: Man will ja nichts falsch machen, daher hab ich mir eines dieser ultra winddurchlässigen und wasserabweisenden Hemden angezogen und, wie sich später Herraustelle uzm glück, eine normale kurze Hose (also nicht so eine, wo man jeden Windzug bis in die intimsten Bereiche fühlt). Dann hab ich mir noch eine lange Hose und einen Pullover angezogen und ein
Hemd separat eingepackt. Noch ein paar Powerbars, ein bisschen Antischmerzgel,
eine starke Schmerztablette (man weiß ja nie) und 10 Dollar (Taxi-Geld falls
ich es nicht schaffe!) und es konnte losgehen. Angekommen in Staten Island fing es an chaotisch
zu werden: 40.000 Sportler versammelt auf kleinsten Raum, die sich alle möglichst gut
hydrieren wollen. Der Menschliche ist gut hydriert wenn er eine klare Flüssigkeit ausscheidet
und das erreicht man nur durch viel trinken. Also ran ans trinken... das Problem ist nur, dass
man um gut hydriert zu sein auch viel ausscheidet daher gab es eine ganz besondere Attraktion:
die 100m lange Pissrille. Neben der Pissrille gab es natürlich auch noch obligatorische
Dixie-Klos nur da hab ich mich nicht reingetraut. Und damit kommen wir auch gleich zum nächsten Problem: NYC ist eine Stadt am
Meer, es ist also immer recht windig und im November kann es auch durchaus mal
kalt werden, und genau so war es: es war saumäßig kalt (Etwa 10°C, gefühlt: 5°C)! Der Todesmarsch beginnt:Und es ging los, luftig und locker über die Verazzano Narrows Bridge nach Brooklyn (siehe
map). Nicht vergessen es mussten sich 40.000
Leute über diese Brücke quetschen, daher waren die ersten 15-20min eher lockeres
gehen als laufen. Einmal über der Brücke bin ich losgefegt und zwar etwas langsamer
als meine Trainingsgeschwindigkeit um Kräfte zu sparen. Die Stimmung war toll, es war wie
ein riesen Volksfest, wo man von Stadtviertel zu Stadtviertel auf verschiedene Kulturen trifft:
Mal im Getto, dann ein Viertel mit besonders armen Menschen, dann Weise und irgendwelche
religiösen Gruppen. Man läuft durch New York und lernt New York auf eine Weise kennen die
Einmalig ist und wahrscheinlich nur von den wenigsten "Touristen" erlebt wird. Gut die ersten 20km hab ich gut überstanden dann fingen langsam die Probleme an:
Durch Queens bin ich noch locker durchgelaufen
aber dann die Queensboro Bridge. Also hab ich meine Beine mit diesen tollen Schmerzgel eingerieben. Meine Beine
wurden anfangs angenehm warm, sprich das Gel hatte die Durchblutung angeregt,
schön es konnte weitergehen, nach 5 Minuten fingen dann meine Beine an zu brennen,
so als ob ich sie ins Feuer halten würde... In der First Avenue, die locker mal 10km lang ist, fing ich an, nur noch an die
brennenden Beine und an den mittlerweite extrem unterkühlten Oberkörper zu denken
(nicht vergessen: ich hatte ja das ultra winddurchlässige und wasserabweisende
Hemd an). Langsam schritt ich so vorwärts, immer langsamer aber dennoch lief ich noch. Die Beide brannten immer noch, kurz vor der Bronx (~30km, 16km vor dem Ziel) rettete ich mich dann in eines dieser Erste-Hilfe-Zelte. Ich ließ meine Beine massieren und mit einer guten Creme einreiben und man fragte mich ob ich irgendetwas zum überderziehen wollte, da ich schon am ganzen Körper zitterte. Ich bekam einen Pullover, den ich eher als ein Fetzen bezeichnen würde. Er war extrem hässlich und zu klein und ich will nicht wissen wo die den gefunden hatten, jedenfalls war mir warm und das war erst mal viel wichtiger, da ich mittlerweile die 10 Dollar verloren hatte, ich musste mich also bis zum Ziel durchkämpfen. So kam ich wieder frisch aus dem Nazaret, habe mir noch ein Power Gel reingehauen und auf ging es durch die Bronx, sogar relativ fit. Kalt war es zwar immer noch aber nicht mehr so extrem dank des Pullovers. Langsam begann ich sogar wieder von mir aus Wärme zu produzieren und als ich die Bronx hinter mir ließ und in die Fifths Avenue einbog konnte ich auch einen Schritt zulegen. Den Pullover hab ich irgendwann weggeworfen und die letzten (Kilo-)Meter begannen. Leider hatte ich die Fifths Av. einwenig unterschätzt, ich dachte nur noch ans Ziel und meine Beine waren so schwer, dass ich mich jedes Mal wieder überwinden musste das andere Bein zu heben. Ich konnte weder etwas trinken noch etwas essen, ich dachte nur noch ans Ziel aber leider war es noch 7km (nach 35km) weit weg. So kroch ich mit meinen letzten Reserven vor mich hin und kam langsam am Zentralpark
an, ich war fast am Ziel, einziges Problem der Zentralpark ist sehr hügelig und
gerade klein ist er auch nicht. Nach 25m glaubt man, man ist endlich am Ziel, nur
man muss noch um zwei Ecken, um in den Zentralpark einzubiegen und es geht aufwärts.
Gut die letzten Reserven rauskramend hab ich dann noch mein Tempo erhöht und zum
Entspurt angesetzt und endlich war ich am Ziel! Meine StatsNew York City Marathon 2000 Place: 26412 Gender Place: 19490 Age Place: 87 Name: Oliver Gobin Age: 19 St/Country: GER Official Time: 5:34:00 Net Time: 5:27:04 10K Time: 1:10:52 1/2 Mar Time: 2:22:19 20M Time: 4:01:06 Pace/Mile: 12:29 Text von mir im Febuar 2001 hingekritzelt |
Copyright © 1997-2004 Oliver Gobin -
Version 2.0 vom 12.2002 -
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